Weimar war nicht nur das Ziel unserer dreitägigen Jahrgangsfahrt, sondern auch der Ort, an dem wir an unsere deutsche Geschichte und die prägende klassische Kultur Deutschlands erinnert wurden.
Der Fokus des Programms an unseren ersten beiden Tagen lag auf der Weimarer Klassik, geprägt durch Schiller und Goethe.
Am ersten Tag besuchten wir nach unserer Anfahrt den Schlosspark Anna Amalias (Park an der Ilm). Dieser Schlosspark verbindet die Epochen des Mittelalters und des Barocks bis hin zur Klassik, was an verschiedenen Monumenten und der Anordnung des Parks erkennbar ist. Der große Landschaftsgarten wurde aktiv von Goethe mitgestaltet, sodass auch sein im Park anlegendes Sommerhaus nicht weiter verwunderlich ist, welches wir am zweiten Tag unserer Fahrt besuchten. Dort lernten wir, wie Goethe trotz seiner hohen Ansprüche auf Luxus und Komfort recht einfach und praktisch lebte und dennoch nicht auf seine heiße Schokolade verzichtete.
Neben dem Sommerhaus Goethes besuchten wir auch das Wittumspalais, Schillers Wohnhaus und die Faust Ausstellung im Schiller-Museum, die sich im selben Gebäude befindet. Dadurch vertiefte sich unser Bild von Weimar als bedeutendes Zentrum deutscher Kultur. Goethe und Schiller erschienen nicht mehr nur als berühmte Dichter aus dem Unterricht, sondern als reale Menschen, deren Lebens- und Arbeitswelt wir unmittelbar kennenlernen konnten. Besonders die Faust-Ausstellung verdeutlichte die Bedeutung ihrer Werke und machte Literatur anschaulicher und interessanter.
Durch die reichliche Freizeit, die uns zur Verfügung stand, konnten wir Weimar ausgiebig selbst erkunden und in großen Gruppen, da wir als 140-Personen-Jahrgang unterwegs waren, lokale Restaurants und Cafés erkunden, sowie selbstständig die beeindruckende Anna-Amalia Bibliothek besuchen.
Am dritten und letzten Tag fuhren wir von Weimar zum Konzentrationslager Buchenwald, das nur 15 Minuten mit dem Bus entfernt liegt.
Wir wurden mit einem 20-minütigen Film empfangen, der uns die schreckliche Organisation und Errichtung dieses Konzentrationslagers zeigte. Im Anschluss besichtigten wir das Museum, das die Gräueltaten und verbundene Biografien von Opfern, Tätern und Mitwissern zusammenträgt.
Die für mich persönlich schlimmste Erkenntnis erfolgte durch die Besichtigung des Krematoriums. Dort wurde das Ausmaß der Verbrechen besonders greifbar und erschütternd.
Der Besuch des KZs ist meiner Meinung nach notwendig, da diese Geschehnisse ein Teil unserer Geschichte sind und wir uns mit unserer eigenen Vergangenheit befassen müssen, um zu verstehen, wer wir sind und wer wir sein wollen.
Insgesamt konnten wir durch die Weimarfahrt und den Besuch in Buchenwald einen Teil der deutschen kulturellen Geschichte erleben und nachvollziehen, aber auch uns selbst, als deutsche Bürgerinnen und Bürger auf eine tiefgründigere Weise kennenlernen.







Text: Sophia Tokatlidis, Q2
Fotos: Frau S. Schwarz

